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Inhaltlicher Überblick Heft 2

In As though words could alter things.Medienkonkurrenz in Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray entwirft Matthias Wannhoff eine zeichen- und medientheoretische Lektüre von The Picture of Dorian Gray. Auf Basis zentraler semiotischer Ansätze untersucht er das Verhältnis von Bild und Sprache im Roman und deckt ein Konkurrenzverhältnis zwischen Bild und Text auf. Schließlich zieht er aus diesen Beobachtungen Konsequenzen für die medialen Funktionen von Bildern und Texten und liest den Roman mit McLuhan als Vorboten des Mediums Film.

Ein eher essayistischer Beitrag ist die Arbeit Texturen und Lochspitzen. Reflexion über eine Frau mit fünf Elefanten von Leslie Kleinwaechter. Er stellt die sprachlich schöne Nachzeichnung eines Dokumentarfilms über die Dostojewski-Übersetzerin Svetlana Geier und ihre Arbeit dar. Rund um ihre fünf großen Dostojewski-Texte, ihre ‚fünf Elefanten‘, weben sich Text(ur) und Lebensfäden zum Porträt einer außergewöhnlichen Frau.

Das Verständnis von Astrologie im späten Neuplatonismus. Untersuchung zu Jamblichs De Mysteriis Aegyptiorum, VIII-IX ist Thema bei Adrian Pirtea. Er untersucht kritisch den vermeintlich klaren Ausschluss der Astrologie aus dem Kreis der Wissenschaften. Anhand der Schriften Jamblichs, der versuchte, griechische Philosophie, chaldäische Theurgie und ägyptische Astrologie zusammen zu denken, zeigt Pirtea eine andere Perspektive auf die ‚esoterischen‘ Wissenschaften.

Robert Grunenberg geht mit Goethe auf Italienische Reise und zeigt, welche bildenden Künstler seiner Zeit den Altmeister inspiriert und beeinflusst haben. Anhand von Beispielen von Lorrain, Everdingen und Canal legt er die intermedialen Verweise zwischen Text und Bildern offen, die sich in Goethes Landschaftsbeschreibungen verbergen. Die Kunst, zeigt Grunenberg in Zwischen Apodemik und Poesie. Zur Konzeption von Landschaft in Johann Wolfgang von Goethes Italienischer Reise, ist keine imitatio naturae, sondern wiederum eine imitatio artis.

In ihrer Arbeit Keine Knutschflecke untersucht Maike Tödter Körper und Sexualität in den Filmen der Twilight-Reihe. Mithilfe von Foucault betrachtet sie die Zusammenhänge von Sex, Macht, Leben und Tod in dieser Filmreihe und vergleichend bei anderen Bearbeitungen der Vampirthematik wie Dracula und True Blood. Dabei findet sie in den Twilight-Filmen einen Umgang mit Liebe und Sexualität, der, entgegen der Tradition des Vampirgenres, ungewöhnlich konservativ und normativ ist.

Die Briefe in Puškins Versromans Evgenij Onegin ihnen widmet sich Therese Hoy. Sie untersucht sowohl ihre sprachlichen Besonderheiten als auch ihre Funktion innerhalb des Romans und ihr Verhältnis zueinander. Einen besonderen Aspekt stellt die Wahl des Mediums, also des Briefes an sich dar, ist Onegin doch der erste Roman der russischen Literaturgeschichte, der Briefe in den Text integriert.

Alexander Meschik beleuchtet in Funktion und Bedeutung von Musik beim Wiener Kongress (1814-1815) den Wiener Kongress sowohl als politisches Großereignis als auch als illustre Vergnügungsveranstaltung. An einzelnen musikalischen Höhepunkten des Kongresses skizziert er die komplexen Verstrickungen von Kunst und Politik. Das paradigmatische Zitat Lignes über den ‚tanzenden Kongress‘ dient dabei als Leitfaden und wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

Dominik Zechners Essay lynchiod angst. Nikki Grace ist in das Nichts hineingehalten... versucht den Begriff des Nichts in Lynchs Feature zu lokalisieren. Dabei denkt er das Nichts-Werden des Seienden im Ganzen unter der Herrschaft der Angst in Anlehnung an Deleuze und Heidegger.

Neuland betritt die Anwesenheitsnotiz mit ihrem ersten studentischen Beitrag außerhalb der wissenschaftlichen Beiträge: Wort und Bild treffen in Ina Rohlfs’ und Malte Kebbels künstlerischer Kooperation In memoria tenere aufeinander. Die unabhängig voneinander entstandenen Bilder und Gedichte kreisen um das Thema Vergänglichkeit, den Wunsch des Menschen an etwas festzuhalten und die schmerzhafte Einsicht, dass es unmöglich ist.

Über sein Verhältnis zur Kunst und zur Wissenschaft schreibt für uns in dieser Ausgabe Frédéric Valin. Der 1982 geborene, in Berlin lebende Schriftsteller versucht, sein Kunstverständnis im Spannungsfeld von Individualismus, Feuilleton und Markt zu bestimmen. Ganz subjektiv erläutert er, wie er sich dabei moderne Philosophie zunutze macht.

Für die Rubrik State of the Art danken wir diesmal Beate Söntgen (Bochum) und Philip Ursprung (Zürich) für ihre Überlegungen zum Stand der Kunstgeschichte.



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Kommentare (6)
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